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Christof Stählin - Auf Die Tadler lyrics

Wer kehrt sich an die tumme Welt?
Sie kan doch nichts als tadeln –
Wem Treu und Warheit nur gefällt
Der kan sich selber adeln
Und überwindet nach und nach
Die ohne Schuld erlidtne Schmach!

Kein Handwerck geht doch jezt so gut
Als blos das Hechelmachen –
Ein Narr, der sonst nichts kan und thut
Der legt sich aufs Verlachen!
Da ist kein Ding so schlecht und klein
Ein loses Maul muß drüber seyn!

Die Unschuld geht nicht ledig aus
Der Spott trift auch den Besten –
Ein Brautgelach, ein Kindelschmaus
Schwermt überall von Gästen
Bey welchen jeder in der Stadt
Sein Urtheil zu gewarthen hat!

Die Straße sey so breit sie will
Man geht nicht ungestoßen –
Da hör ich oftmahls in der Still
Von Kleinen und von Großen
Wie da und dort ein Völckchen sizt,
Das Mienen, Kleid und Gang beschmizt!

Die Brüder bey dem Aquavit
Sind Meister in dem Kügeln
Und wißen alles, was geschieht
So unverschämt zu striegeln
Daß einer, der den Nechsten liebt
Sich schon vom Hören übergiebt!

Ich habe meine Richterbanck
An mehr als tausend Orten
Da zieht man mich so kurz als lang
Mit Mienen und mit Worten
Doch werd ich dadurch schlecht bewegt –
Wer zürnt wohl, den ein Esel schlägt?

Man spricht: ""Es ist die Mode so
Man muß es mit ihr halten
Ein geistlich dulci jubilo
Gehört den tummen Alten!"
Der neuen Zeiten beßrer Thon
Klingt recht galant und schön nach Hohn!

Herodes danck euch vor dies Lied
Ich mag's so leicht nicht singen
Doch wo mich eure Fistel zieht
So lernt vorher gut springen
Sonst heult mein Satyr und sein Chor
Euch ganz gewis erschröcklich vor!

Denn seyd ihr gar so schlimm und grob
Mich ohne Noth zu stören
So sollt auch ihr dies schöne Lob
Von eurem Wandel hören
Denn dieser geht so rein und nett
Als kaum ein Lumpenquodlibet!

Da soll Magister Lobesan
Mitsamt den klugen Schwestern
Und mancher bunte Nothgalan
Blos in den Schubsack lästern –
Denn scheeren sie nur ofenbahr
So kommen sie gewis ums Haar!

Ein Kluger schnizt und hobelt zwar
Am ersten seinen Balcken
Doch schändet man ihn ganz und gar
So kan er auch den Falcken
Die jedes Nechsten Splitter sehn
Mit Recht die Spiz entgegendreh!